Pädagogische Konzepte

Schulkonzept

Das Konzept der KGS basiert auf zwei Säulen. Zum einen ist sie eine konfessionsgebundene Schule, die sich mit den christlich-katholischen Glaubensgrundsätzen verbunden sieht. Grundlegend ist für uns die Achtsamkeit vor der Schöpfung, vor Gott und den Menschen. Dies schlägt sich im gesamten schulischen Miteinander nieder. Zum anderen orientiert sich unsere Schule pädagogisch - unter Berücksichtigung der amtlichen Richtlinien und Lehrpläne - an den Lehren der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952).

Die Montessori-Pädagogik ist eine Pädagogik vom Kinde aus. Das heißt, das Kind steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt der erzieherischen und unterrichtlichen Bemühungen. Jedes Kind ist anders und diese verschiedenen Kinder haben das Recht, in ihrer jeweiligen Besonderheit wahrgenommen und mit Respekt behandelt zu werden. Wir sehen unsere Aufgabe vor allem darin, die Kinder zu selbstständigen, mitverantwortlichen, mündigen und sozialen Wesen zu erziehen.

Unser Leitziel ist: Weiterentwicklung des pädagogischen Profils nach dem Konzept der Montessoripädagogik unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Förderung.

Konkret heißt das: Schwachen Kindern helfen, Schwächen auszugleichen - starke Kinder fordern durch erweiterte Lernangebote.

Tagesablauf

Der Schulmorgen an der KGS beginnt um 8.10 Uhr. Alle Klassen beginnen in der Regel in den ersten Stunden mit der Freiarbeit, die bis zur großen Pause um 9.40 Uhr dauert.

An die Freiarbeitsphase schließt sich die Spielpause von 9:40 Uhr bis 9:55 Uhr und die gemeinsame Frühstückspause in der Klasse an.

Nach der Pause beginnt um 10.15 Uhr der jahrgangsbezogene Unterricht. Montags ist in der 3. Stunde eine Lesestunde, die in der jahrgangsgemischten Gruppe stattfindet.

Im Anschluss an die Unterrichtszeit bieten wir eine Betreuung im "offenen Ganztag" an, der gemeinsam mit der GGS Dönhoffstraße angeboten wird. Neben den OGS-Mitarbeitern kümmern sich hier auch Lehrer beider Schulen um die Kinder.

Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik ist eine Pädagogik vom Kinde aus. Das Kind mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt der erzieherischen und unterrichtlichen Bemühungen.

"Das Kind ist der Baumeister des Menschen". Dieser Satz ist die Wurzel des pädagogischen Ansatzes Montessoris. Maria Montessori setzt ein unbedingtes Vertrauen in das Kind und sieht es als ein Wesen mit einer großen schöpferischen Kraft, das den Aufbau seiner Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit im Wesentlichen aus sich selbst heraus zu leisten imstande ist. Dies geschieht unter intensiver Beobachtung des Kindes und seiner Entwicklungsfortschritte mittels Lernprotokollen, sowie unter Beachtung seiner "sensiblen Phasen". Darunter versteht Maria Montessori vorübergehende Entwicklungsabschnitte spezifischer Lernbereitschaft, in denen es dem Kind besonders leicht fällt, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben, zum Beispiel Laufen, Sprechen, Ordnen, Sortieren, Regeln einhalten, Lesen und Rechnen.

Maria Montessori schuf Materialien, die nicht nur Unterrichtsmaterial, Übungsmaterial und Anschauungsmaterial, sondern vor allem Entwicklungsmaterialien sind. Das Material wird je nach Entwicklungsstand und individuellem Bedürfnis des Kindes eingesetzt. In hohem Maße regt es die Kinder zur Selbsttätigkeit an und fördert so die Unabhängigkeit vom Lehrer. Die vorbereitete Umgebung (Klassenraum mit bereitstehenden Montessori-Arbeitsmitteln) schafft dem Kind Möglichkeiten und Räume, sich zur Selbstständigkeit sowie zur Fähigkeit der Selbst- und Mitverantwortung zu entwickeln.

Diese unterrichtlichen Ziele lassen sich jedoch nur verwirklichen, wenn dem Kind die Möglichkeit gegeben wird, sich frei zu entfalten. In der Freiarbeit wird ihm durch das aufeinander aufbauende Angebot von Unterrichtsmaterial entsprochen. Die damit ermöglichte Freiheit des Kindes ist jedoch keine willkürliche. Grenzen erfährt das Kind durch die vorbereite Umgebung, das zur Verfügung stehende strukturierte Material, durch die in der Gruppe Mitlernenden und die Regeln der Klassengemeinschaft.

Freiarbeit

Die Freiarbeit bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Unterrichts und kommt dem Bedürfnis des Kindes nach individuellem Lernen in besonderer Weise entgegen. In der Freiarbeit wählt das Kind aus einem strukturierten Materialangebot – Montessori nennt dies die vorbereitete Umgebung - frei aus, was es für seine Entwicklung und Lernfortschritte braucht. Das Kind bestimmt weitgehend die Dauer und den Schwierigkeitsgrad seiner Tätigkeit und entscheidet, wenn möglich, selbst über die Wahl der Sozialform (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit). Die Kinder können also solche Aufgaben wählen, die genau ihrem Leistungsstand entsprechen.

Das Ermöglichen von Konzentration ist eine zentrale pädagogische Aufgabe der Montessori-Freiarbeit. Konzentration stellt sich ein, wenn die Lehrerinnen die sensiblen Phasen sorgfältig beobachten und in den Klassenräumen entwicklungsspezifische Lernangebote (das "Montessori-Material") für das Kind bereithalten. Die Montessori-Arbeitsmittel wurden von Maria Montessori als didaktische Materialien entwickelt, die geistige Prozesse versinnbildlichen und abstrakte Elemente unseres Kulturbereiches (wie z. B. das Dezimalsystem im goldenen Perlenmaterial) im wörtlichen Sinne begreifbar machen. Das Material ist so aufgebaut, dass es stufenweise vom Konkreten zum Abstrakten führt und dabei möglichst viele Sinne mit einbezieht. Bei der Arbeit mit den Sandpapierbuchstaben kann das Kind z. B. den Buchstaben gleichzeitig sehen, ertasten und den dazugehörigen Laut hören. Das Material zeichnet sich durch einen hohen Aufforderungscharakter aus und ermöglicht dem Kind in der Regel eine selbstständige Fehlerkontrolle. In der Freiarbeit lernen die Kinder, wie man lernt. Es werden Kenntnisse, Fähigkeiten und Techniken erworben, die für das gegenwärtige sowie zukünftige Lernen notwendig sind.

In diesem Zusammenhang kommt der vorbereiteten Umgebung eine wichtige Bedeutung zu. Sie muss dem Kind Anregungen und Möglichkeiten bieten, die in ihm liegenden Fähigkeiten zu entfalten. Die Umgebung und das Material müssen die Neugier der Kinder wecken und es zu einer Tätigkeit herausfordern. Erst so können sich Konzentration und Lernerfolg einstellen.

Um einen situativen Bezug zum Alltag der Kinder zu gewährleisten, werden wechselnd Thementische mit jahreszeitlichem oder/und unterrichtlichem Bezug angeboten.

Die jahrgangsgemischte Gruppe

In unseren Klassen lernen und arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam. Durch die Jahrgangsmischung entsteht eine natürliche soziale Struktur, die auch der Lebensumwelt des Kindes entspricht. Es führt die bereits bekannte Gruppenbildung im Kindergarten (Drei- bis Sechsjährige) konsequent weiter. In einer jahrgangsgemischten Gruppe entwickeln die Kinder nicht nur Kontakte zu Gleichaltrigen, sondern sie lernen durch ihr selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln ganz selbstverständlich, auch Verantwortung für andere zu übernehmen. Eine altersgemischte Klasse schafft vielfältige Gelegenheiten, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen, um Hilfe zu fragen, selbstständig zu werden und Konkurrenzängste abzubauen. Damit wird die Entwicklung des Sozialverhaltens der Kinder besonders positiv begünstigt.

Die Lehrerin/ der Lehrer

Maria Montessori versteht unter Erziehung, der psychischen Entwicklung des Kindes von Beginn an zu helfen. Sie sieht den Erzieher und Lehrer als einen Menschen, der den Kindern bei dieser Entwicklung helfend zur Seite steht und ihm Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Lernen bietet ("Hilf mir, es selbst zu tun").

In der Freiarbeit passt die Lehrerin die vorbereitete Umgebung den individuellen Bedürfnissen der Kinder an und führt sie in den richtigen Umgang mit dem Material ein. Dabei erteilt sie in der Regel einem einzelnen Kind eine sorgfältige Lektion mit dem Material, damit das Kind genau die Hilfe bekommt, die notwendig ist, um selbsttätig weiter zu arbeiten. Durch Impulse regt sie neue Lernprozesse an und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Lehrerin hilft dem Kind dabei, eigene Schwächen zu erkennen und mit adäquatem Material Defizite aufzuarbeiten. Dies wird durch die tägliche Führung eines individuellen Lerntagebuchs begleitet.

Die Lehrerinnen der KGS haben das Montessori-Diplom erworben oder verfügen über adäquate Qualifikationen und Erfahrungen. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern und aktualisieren die Lehrkräfte durch schulinterne Fortbildungen und weitere Fortbildungsveranstaltungen sowie im Austausch mit anderen Schulen, die nach dem Prinzip der Montessori-Pädagogik arbeiten.

Jahrgangsbezogener Unterricht

Der Ergänzende Unterricht bietet die Möglichkeit in jahrgangsbezogenen Gruppen bestimmte Inhalte gemeinsam zu erarbeiten. Hier werden Themen eingeführt, Sachverhalte erörtert und vertieft und Kenntnisse überprüft. Im Ergänzenden Unterricht kann unter anderem eine Lektüre gemeinsam gelesen, eine Experimentierreihe aufgebaut, Gesprächsrunden durchgeführt werden. Bei der Arbeit in Projekten oder in Werkstätten kann auf die eingeübten Fähigkeiten des selbstständigen Arbeitens aus der Freiarbeit zurückgegriffen werden. Im Unterschied zur Freiarbeit kommt der Lehrerin im Fachunterricht oft eine mehr lenkende und leitende Funktion zu. Dort erhalten die Schülerinnen und Schüler z.B. gemeinsame Lektionen, wozu ebenfalls der Lehrervortrag oder das gemeinsame Lesen und Interpretieren eines Textes gehören können. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf das eigenverantwortliche Arbeiten (Methodentraining, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit), das systematisch trainiert wird.

Offener Unterricht

Unsere positiven Erfahrungen mit der Freiarbeit haben uns dazu veranlasst, auch den Fachunterricht so zu gestalten, dass die Kinder dort selbstständiger und in einem ihnen angemessenen Tempo arbeiten können. Neben einem eher geführten Unterricht finden daher auch Unterrichtsformen wie Werkstattarbeit, Arbeit an Stationen und Projektarbeit Eingang in die Unterrichtspraxis.

Ähnlich wie in der Freiarbeit werden den Schülerinnen und Schüler fertige oder von uns erarbeitete Materialien zu einem Thema (z.B. „Herbst“ oder „Leverkusen“) zur Verfügung gestellt, aus denen die Kinder dann nach ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen frei auswählen dürfen. Eine andere Möglichkeit ist es, vorbereitete Arbeitsaufträge mit entsprechendem Material in einer vorgegebenen Reihenfolge bearbeiten zu lassen. Kinder, die zügig arbeiten können, werden dabei nicht in ihrem Tempo gehemmt. Kinder, die noch etwas mehr Zeit zum Lernen brauchen, können ihre Aufgabe in Ruhe und sorgfältig erledigen. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit gestaffelt.

Manche Themen wie z.B. das Thema „Wale und Delfine“ sind so umfassend, dass sie als ganze Projekte und fächerübergreifend behandelt werden:

  • im Sachunterricht unter biologischen Aspekten,
  • im Sprachunterricht mit einer Lektüre,
  • im Kunstunterricht wird zum Thema gestaltet und gemalt,
  • im Mathematikunterricht werden Größen behandelt,
  • im Religionsunterricht geht es um die Bewahrung der Schöpfung.

Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)

Ab Schuljahresbeginn 1997/98 nahm die KGS Dönhoffstraße zusammen mit über 50 weiteren Schulen aus Leverkusen und dem Kreis Herford an dem gemeinsamen Projekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Bertelsmann-Stiftung "Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld" teil.

Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und half den Schulen, ihr eigenes pädagogisches Profil zu erweitern. Die zur Verfügung stehenden Projektgelder wurden für Management-Trainings und pädagogische Fortbildungen genutzt.

In diesem Rahmen hat unser Kollegium an mehrwöchigen Fortbildungen zu den Themen Methodentraining, Kommunikationstraining, Teamschulung und Eigenverantwortliches Arbeiten nach Dr. Heinz Klippert teilgenommen. Dabei wurde das nachmittags Gelernte am nächsten Morgen direkt im Unterricht umgesetzt.

Projektwochen

Manche Themen sind so umfassend, dass sie als kleine Projekte im Ergänzenden Unterricht fächerübergreifend behandelt werden. Wenn möglich, werden pro Schuljahr zwei Projektwochen durchgeführt.

Deutschunterricht

Lesen durch Schreiben mit der Anlauttabelle

Die Kinder kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Einige kennen noch keinen einzigen Buchstaben, andere hingegen viele. Manche Schulneulinge können schon etwas (lautgetreu) schreiben. Um die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, arbeiten wir mit einer Anlauttabelle. So steht dem Kind von Anfang an das ganze Alphabet zur Verfügung: Um Wörter zu schreiben, muss das Wort Laut für Laut abgehört werden. Anschließend sucht das Kind mithilfe der Anlautbilder in der Tabelle den passenden Buchstaben. Kinder, die Vorkenntnisse mitbringen, können so schon schnell eigene Texte verfassen. Diese können in einem Geschichtenheft gesammelt werden. Über Spiele und Übungen prägen sich die Schülerinnen und Schüler die Anlautbilder für die einzelnen Buchstaben ein. Das Lesen stellt sich über diese Art des Zugangs zur Schrift in der Regel automatisch, als Nebenprodukt des Schreibens, ein.

Parallel zu der Arbeit mit der Buchstabentabelle werden die Buchstaben einzeln eingeführt. Dies geschieht z. B. an den sogenannten „Buchstabentagen“. Die Schreibweise der Buchstaben üben die Kinder durch Schreiben mit unterschiedlichen Stiften (Wachsmalstifte, Bleistift, Buntstift), durch die Möglichkeit in verschiedenen Größen zu schreiben (Zeichenblock, DinA4-Blätter, linierte Blätter), durch Schreiben in Sand oder ähnlichem. Das Wiedererkennen von Buchstaben wird durch Suchen der Buchstaben in Zeitungen u.a. gefördert.

Das zugrunde liegende Unterrichtswerk ist "Tinto" vom Cornelsen-Verlag.

Rechtschreibung

Anders als früher angenommen funktioniert unser Rechtschreibgedächtnis nicht lexikalisch, sondern wir entwickeln im Laufe der Zeit ein Rechtschreibgespür. Kinder lernen Rechtschreibung nicht dadurch, dass sie sich automatisch Wortbilder einprägen, auch nicht ihre eigenen falsch geschriebenen Wörter. Vielmehr entwickeln sie Regeln und wenden sie bei neuen, aber auch bekannten Wörtern an. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden im Lehrplan Sprache aufgenommen und werden nun im Rechtschreibunterricht der Grundschulen umgesetzt.

Auf Fortbildungen hat sich das Kollegium über diese neuen Entwicklungen informiert und dann ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Durch einfache und gezielte Übungsmethoden (nach Sommer-Stumpenhorst) sollen die Schülerinnen und Schüler eine möglichst hohe Rechtschreibkompetenz erwerben.

Der Fachbereich Sprache hat darüber hinaus in einer Fachkonferenz beschlossen, dass die Rechtschreibnote in den Klassen 3 und 4 sich aus folgenden Teilbereichen zusammensetzt:

  • Abschreibübungen
  • Rechtschreibübungen
  • Freies Schreiben

Mathematikunterricht

"Den Aufgaben und Zielen des Mathematikunterrichts wird in besonderer Weise eine Konzeption gerecht, in der das Mathematiklernen durchgängig als ein konstruktiver, entdeckender Prozess verstanden wird. Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat die Aufgabe, herausfordernde Sinnzusammenhänge anzubieten, ergiebige Aufgabenstellungen und Arbeitsmittel bereitzustellen und Formen der Kommunikation aufzubauen und zu erhalten, die dem Lernen aller Schülerinnen und Schüler förderlich sind." (Lehrplan Mathematik, NRW S. 71 ff)

Aufgrund dieser Forderungen des Lehrplans fanden zwei Fortbildungen und zwei pädagogische Konferenzen zu folgenden Themen statt:

  • "Mathematik 2000"
  • "Wie ist die Arbeit nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik mit neueren fachdidaktischen Überlegungen und bildungspolitischen Vorgaben im Lernbereich Mathematik vereinbar?"

In der zweiten Fortbildung wurde deutlich, dass das Konzept von Mathematik 2000 eine sinnvolle Ergänzung zu den Prinzipien der Montessori-Pädagogik und deren mathematischen Materialien darstellt.

Nach einer Erprobungsphase hat sich das Kollegium entschlossen, den Mathematikunterricht nach dem Konzept von Mathematik 2000 auszurichten. Das zugrunde liegende Unterrichtswerk ist: Das Zahlenbuch, Klett Verlag.

Die wichtigsten Prinzipien sind:

  • Aktiv-entdeckendes Lernen
  • Konzentration des Stoffes auf Grundideen der Mathematik
  • Sparsamkeit in Anschauungsmitteln
  • Produktives Üben
  • Differenzierung
  • Lernkontrolle

Sportunterricht

An unserer Schule wird der Sportunterricht sportartenübergreifend unterrichtet. Neben Bewegungsfertigkeiten lernen die Kinder auch den selbstständigen Auf- und Abbau von Geräten. Die eigenständige Organisation und Gestaltung von sportlichen Aktivitäten sind ebenfalls Gegenstand des Unterrichtes. Im 3. Schuljahr fahren die Kinder einmal in der Woche ins Hallenbad nach Bergisch-Neukirchen zum Schwimmen.

Neben dem Sportunterricht spielt Bewegung im sonstigen Unterricht eine tragende Rolle:

  • Für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes ist Bewegung von zentraler Bedeutung. Bewegung und Wahrnehmung sowie Bewegung und Lernen hängen eng zusammen. Nach Maria Montessori entwickelt das Kind über Bewegung und Wiederholung seine Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ihr Freiarbeitsmaterial fordert daher stets Bewegung und Handeln vom Kind.
  • Kinder haben einen hohen Bewegungsdrang. Dieser wird durch die Gegebenheiten der Umwelt leider stark eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, den Kindern Bewegungsräume zu lassen und zu schaffen.

Sexualerziehung

Sexualerziehung ist Teil der Gesamterziehung und als solche in das unterrichtliche Geschehen integriert. Sexualerziehung befasst sich sowohl mit biologischen als auch ethischen, sozialen und kulturellen Fragenkomplexen, die eine fächerübergreifende, ganzheitliche Einbindung erfordern. Insbesondere sind hier die Fächer Sachunterricht, Sprache, Religion, aber auch Sport, Musik und Kunst gefragt. Eine Reihe von Themen ergeben sich situativ im jeweiligen sozialen Bedingungsfeld einer Klasse und werden alters- und entwicklungsspezifisch behandelt. Im 4. Schuljahr kann der Themenbereich anhand einer Lektüre, z.B. „Ben liebt Anna“, ausführlich bearbeitet werden. Es hat sich als hilfreich erwiesen, die einzelnen Themen per Fragebogen durch die Kinder ermitteln zu lassen und gegebenenfalls nach Jungen und Mädchen getrennt zu unterrichten.

Aufgabe der Schule ist es, die Sexualerziehung durch die Eltern zu ergänzen. Die Eltern werden diesbezüglich informiert und beraten. Die im Unterricht verwendeten Medien werden den Eltern vorgestellt, ebenso Freiarbeitsmaterial zum Thema.

Sozialpädagogische Betreuung

Die Diplom-Sozialpädagogin Frau Lehrer arbeitet überwiegend im Teamteaching (gemeinsamer Unterricht mit dem Fachlehrer).

Sie stellt bei den Schülern Fördernotwendigkeiten oder besondere Begabungen fest und gibt diesen Kindern die notwendige Unterstützung und Anregung. Dies kann im, am Rande oder auch außerhalb des Klassenverbandes geschehen. Letzteres geschieht im Lernstudio, in dem Kinder einzeln oder in Gruppen gefördert werden und welches von der Sozialpädagogin geleitet wird. Schüler werden hier gezielt ihrem individuellen Bedarf entsprechend gefordert und gefördert.

All dies geschieht, um Kinder erfolgreich im Unterrichtsgeschehen zu integrieren und ihre Fertigkeiten zu steigern.

Schulpsychologischer Dienst

Bei Bedarf können sich die Eltern an den schulpsychologischen Dienst wenden. Dieser kann beratend tätig werden und Wege aufzeigen, die zur Verbesserung der Lebens- und Schulsituation führen können.

Gemeinsames Lernen an der KGS Möwenschule

Gemeinsames Lernen an der KGS Möwenschule

 

1. Einleitung

Im Rahmen des Ausbaues eines "inklusiven" Schulsystems hat auch an der KGS Möwenschule das Gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen einen festen Stellenwert. Die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ist an unserer Schule schon lange eine Selbstverständlichkeit, dies ist auch in unserem Schulprogram festgeschrieben:

„Jedes Kind ist anders und hat das Recht, in seiner jeweiligen Besonderheit wahrgenommen und mit Respekt behandelt zu werden. Unsere Aufgabe besteht vor allem darin, die Kinder zu selbstständigen, mitverantwortlichen, mündigen und sozialen Wesen zu erziehen.“

Der Unterricht an einer den jeweiligen Förderschwerpunkten entsprechenden Förderschule bleibt allerdings auf Wunsch der Eltern weiterhin möglich.

Der im Schuljahr 2008/2009 begonnene Schulversuch „Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung“ war zunächst auf drei Jahre angelegt, wurde allerdings durch die Landesregierung verlängert.

Das Kollegium der damaligen KGSA Dönhoffstraße hat bereits im März 2008 beschlossen, eine Kooperationsvereinbarung mit der Förderschule Pestalozzischule zu unterschreiben. Dadurch wurde ermöglicht, dass beide Schulen in sonderpädagogischen Fragestellungen zusammenarbeiten. Lehrerinnen und Lehrer der Pestalozzischule wurden in die Beratung, die Diagnose und in die Förderung von Schülerinnen und Schülern der KGS-Dönhoffstraße einbezogen.

Um die Arbeit innerhalb einer Förderschule kennenzulernen, haben Lehrerinnen dort hospitiert und mit den Sonderschullehrerinnen und -lehrern vor Ort über deren pädagogische Arbeit gesprochen.

Seit dem Schuljahr 2011/12 betreut der Sonderschullehrer Herr Schuster im Rahmen des Kompetenzzentrums Pestalozzischule die KGS Dönhoffstraße, allerdings noch nicht mit voller Stundenzahl.

Mit dem Auslaufen des Schulversuches zum Schuljahresende 2014/15 sollten die erfolgreichen Elemente der Kooperation „in die Fläche“ übertragen werden. Seit dem Schuljahr 2015/16 ist Herr Schuster zunächst mit voller Stundenzahl, seit dem 2. Halbjahr leider nur mit 15 Stunden fest an der KGS Möwenschule „verortet“ und ist vollwertiges Mitglied des Grundschulkollegiums und Mitglied der Schulkonferenz.

2. Unser pädagogisches Leitbild

„Die Montessori-Pädagogik ist eine Pädagogik vom Kinde aus. Das heißt, das Kind steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt der erzieherischen und unterrichtlichen Bemühungen. Jedes Kind ist anders und hat das Recht, in seiner jeweiligen Besonderheit wahrgenommen und mit Respekt behandelt zu werden.“

So steht es in unserem Schulprogramm und in dieser pädagogischen Leitidee finden sich alle Kinder wieder, auch die mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Die Schülerinnen und Schüler werden von uns dort „abgeholt“, wo sie gerade stehen. Diese Form der individuellen Förderung ergibt sich aus unserem pädagogischen Ansatz und ist mittlerweile auch offizieller Auftrag aller allgemeinen Schulen. Dies gilt natürlich sowohl für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf als auch für Kinder, die aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten besonders „gefordert“ werden sollten.

3. Inklusive Arbeitsstrukturen an der KGS Möwenschule

Als Handlungsfelder der sonderpädagogischen Arbeit haben sich im Verlaufe der letzten Jahre hauptsächlich die Bereiche Beratung, Diagnostik sowie Förderung im Unterricht oder in Kleingruppen herauskristallisiert. Der jahrgangsübergreifende Unterricht stellt zudem eine wichtige Grundlage der individuellen sonderpädagogischen Förderung dar.

3.1 Der jahrgangsübergreifende Unterricht

In der Freiarbeit lernen und arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam. Eine altersgemischte Klasse schafft vielfältige Gelegenheiten, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen, um Hilfe zu fragen, selbstständig zu werden und Konkurrenzängste abzubauen. Die Entwicklung des Sozialverhaltens der Kinder wird positiv begünstigt, unterschiedliche Leistungsstärken und –grenzen werden ganz selbstverständlich berücksichtigt und geachtet. Das Konkurrenzdenken rückt in den Hintergrund, das Helferprinzip fordert das Miteinander.

Bei den älteren Kindern ist durch den Altersunterschied oftmals mehr Toleranz und Akzeptanz zu beobachten. Sie haben größeres Verständnis und geben ihr positives Verhalten an die Jüngeren weiter.

In diesem Umfeld zählt auch die sonderpädagogische Begleitung einzelner Schüler zu den Selbstverständlichkeiten, eine spezielle Förderung wird nun nicht mehr als „Ausgrenzung“ empfunden. Das Kind mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf entwickelt mehr Selbstvertrauen und ein stärkeres Selbstbewusstsein. In diesem Umfeld ist es sogar möglich, dass ältere Schüler mit Förderbedarf eine Helferrolle übernehmen und ihr Wissen an jüngere Schüler weitergeben.

3.2 Beratung als fester Bestandteil der inklusiven Arbeit

Die Grundschullehrkräfte übernehmen gemeinsam mit dem Sonderpädagogen die Planung der gemeinsamen Arbeit. Es finden regelmäßige Treffen statt, bei denen sowohl unterrichtliche Themen als auch Einzelfälle besprochen werden. So werden beispielsweise Förderpläne erstellt, Förderkonferenzen oder Elterngespräche vorbereitet. Diese regelmäßigen Teambesprechungen erfordern zeitliche Ressourcen, die für Grundschullehrer und Sonderpädagogen fest in der Stundentafel verankert werden sollten.

Da der Sonderpädagoge entsprechend der schulischen Erfordernisse an Elterngesprächen teilnimmt, findet auch in diesem Rahmen eine Einzelfallberatung statt (vergl. Kap. 3.6).

3.3 Diagnostik

Um dem einzelnen Kind zu einer optimalen Entfaltung seiner Möglichkeiten zu verhelfen, sind diagnostische Einschätzungen von besonderer Bedeutung. Diese werden zunächst durch die Klassen- bzw. Fachlehrer vorgenommen, bei Bedarf kann die Unterstützung des Sonderpädagogen angefordert werden.

Bei einem Einverständnis der Eltern, das in jedem Falle vorliegen muss, könnten zunächst Unterrichtsbeobachtungen stattfinden, später auch unterschiedlichste Testverfahren, beispielsweise Lern- und Leistungstests bzw. standardisierte Tests durchgeführt werden. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse kann nun fachlich beraten werden, um möglichst schnell mit der individuellen Förderplanung und Förderung zu beginnen. Möglicherweise kommt man auch gemeinsam mit den Eltern zu der Erkenntnis, dass noch weitere außerschulische Fachkräfte in die Förderplanung einbezogen werden sollten (vergl.: Kap. 3.8).

Selbstverständlich beteiligt sich der Sonderpädagoge auch an den unterschiedlichen Formen der Schuleingangsdiagnostik. So gewinnt er schon bei der Schulanmeldung erste Eindrücke, beim Erstklässler-Nachmittag wirkt er bei den Beobachtungen mit und lernt die künftigen Schulkinder besser kennen. Bei Bedarf können Eltern schon in dieser Phase beraten werden. In den ersten Schulwochen beobachtet Herr Schuster gemeinsam mit der Sozialpädagogin Frau Lehrer die neuen Erstklässler vor allem in folgenden Bereichen:

Mathematik / Pränumerik

Deutsch / Phonologische Bewusstheit / freies Sprechen

Grob- und Feinmotorik

Sozialverhalten

Wahrnehmung

So können die Schüler gezielt begleitet werden und bei Bedarf schon frühzeitig an Kleingruppen- oder Einzelförderung teilnehmen.

3.4 Formen der sonderpädagogischen Unterstützung im unterrichtlichen Bereich

3.4.1 Gemeinsames Lernen im Rahmen der Freiarbeit

Die Freiarbeit bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Unterrichts und kommt dem Bedürfnis des Kindes nach individuellem Lernen in besonderer Weise entgegen. In der Freiarbeit wählt das Kind aus einem strukturierten Materialangebot – Montessori nennt dies die vorbereitete Umgebung - frei aus, was es für seine Entwicklung und Lernfortschritte braucht. Das Kind bestimmt weitgehend die Dauer und den Schwierigkeitsgrad seiner Tätigkeit und entscheidet, wenn möglich, selbst über die Wahl der Sozialform (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit). Die Kinder können also solche Aufgaben wählen, die genau ihrem Leistungsstand entsprechen. (vergl. Schulkonzept è Freiarbeit)

An diesem Punkte setzt auch die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Unterstützungsbedarf an. Auf Grundlage einer durchgeführten Förderplanung (vergl. Punkt 3.5) bilden Klassenlehrkraft und Sonderpädagoge im Idealfalle – d.h. bei ausreichend vorhandenen Ressourcen - ein Team, das gezielte Förderung im Rahmen des Klassenverbandes anbietet.

Bei Schülern und Schülerinnen mit dem Förderschwerpunkt Lernen spielen die individuellen Lernvoraussetzungen und die Lebensbedeutsamkeit der Unterrichtsinhalte eine besondere Rolle. So hat der Sonderpädagoge beispielsweise die Möglichkeit, das im Förderplan festgelegte individuelle Arbeitsmaterial einzuführen und die Arbeit daran zu unterstützen. Im Fach Mathematik spielen in diesem Falle speziell ausgewählte Förderhefte in Verbindung mit gezielt ausgewählten Anschauungsmaterialien eine wichtige Rolle. Auch im Bereich Sprache unterstützt der Sonderpädagoge die Arbeit mit Trainingsmaterial oder Förderheften. Es versteht sich von selbst, dass – nach vorheriger Absprache – auch die Grundschullehrkraft diese Form der individuellen Förderung übernimmt.

Durch die Arbeit im Team können sich Allgemeinschullehrkraft und Sonderpädagoge natürlich auch intensiver Schülerinnen und Schülern mit Problemen im sozial-emotionalen Bereich widmen. Klare Strukturen in der Klasse können beispielsweise Verhaltensproblemen vorbeugen (Classroom Management), durch gemeinsam durchgeführte Spielformen (z.B. unser Klasse-Team-Spiel) können störenden Verhaltensweisen vermieden werden, Schüler geraten dadurch weniger in Außenseiterpositionen. Im Rahmen der Freiarbeit versuchen Grundschullehrkraft und Sonderpädagoge außerdem, für einzelne Schülerinnen und Schüler im Förderplan festgelegte Maßnahmen und Hilfen umzusetzen. So wird beispielsweise gemeinsam mit Verstärkerplänen gearbeitet oder es werden Rückmeldesysteme für die Eltern entwickelt.  

3.4.2  Äußere Differenzierung in Kleingruppen

Neben der Förderung im Rahmen der Freiarbeit können Kinder stundenweise klassenübergreifend in Kleingruppen zusammengefasst werden, um eine noch gezieltere Unterstützung zu ermöglichen. Diese Förderung ist selbstverständlich mit den Klassenlehrern und den Eltern abgesprochen. So haben sich an unserer Schule in diesem Schuljahr folgende Fördergruppen des Sonderpädagogen als sinnvoll erwiesen:

Konzentrationsgruppe

Hat ein Kind sehr häufig Schwierigkeiten, sich längere Zeit zu konzentrieren, können daraus Lern- oder Schulprobleme resultieren. Durch spezielle Übungsformen, Spiele oder auch durch motivierende Arbeitsblätter sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Inhalte zu lenken. Auch Stille- oder Meditationsübungen spielen hierbei eine besondere Rolle und werden gern von den Kindern angenommen.

Feinmotorikgruppe

Feinmotorik ist ein Bereich der Motorik und beschreibt alle Fertigkeiten, die ein Mensch hauptsächlich mit seinen Fingern erlernen kann. Hierbei spielt die Kraftdosierung eine große Rolle. Kinder, die feinmotorisch nicht altersgemäß entwickelt sind, können häufig dem Unterricht nur mühevoll folgen. Die Schülerinnen und Schüler erlernen in dieser Gruppe spielerisch den Umgang mit Schere, Kleber, Stiften, Pinseln und verschiedenen Materialien. Sie arbeiten beispielsweise mit Mosaiken, Perlen- oder Naturmaterialien.

Mathematikgruppe

Im Hinblick auf den anstehenden Schulwechsel zur weiterführenden Schule werden in dieser Gruppe die „Basics“ trainiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten sowohl im Bereich des zielgleichen als auch des nicht zielgleichen Mathematikunterrichts Unterstützung in den Bereichen Zahlvorstellung, Zahlenraum und Zahlbeziehung als Grundlage des geschickten und effektiven Rechnens.

Sprache/Lesen

In dieser Kleingruppe findet eine Sprachförderung in spielerischer Form statt. In Absprache mit den Klassen- und Fachlehrern werden Sprachspiele eingesetzt, die die Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verbessern und Hilfen beim Lesen, bei der Rechtschreibung und beim Schreiben geben sollen. In dieser Gruppe haben die Kinder auch die Möglichkeit, sich Spiele auszudenken und diese selbst herzustellen, wie in diesem Schuljahr beispielsweise unser „Feuerwehrspiel“.

3.5 Förderplanarbeit, Förderkonferenzen

In einem Beratungsgespräch erstellen Grundschullehrkraft und Sonderpädagoge gemeinsam individuelle Förderpläne. Unter Berücksichtigung der aktuellen Lernausgangslage werden Förderziele und die entsprechenden organisatorischen Maßnahmen entwickelt und aufeinander abgestimmt. Diagnostikergebnisse, Lernstandserhebungen oder aktuelle Verhaltensproblematiken fließen selbstverständlich in diese Förderplanung mit ein. Die erstellten Förderpläne werden regelmäßig evaluiert und stellen die Grundlage für eine zielgerichtete Förderung dar.

In Förderkonferenzen soll diese zielgerichtete Förderung optimiert werden. In einer Gesprächsrunde, zu der die Schulleitung einlädt, nehmen möglichst alle am Förderprozess beteiligten Personen teil. Das können je nach Erfordernis Sozialpädagogen, Therapeuten, Schulpsychologen, Mitarbeiter des Jugendamtes oder OGS-Mitarbeiter sein. Die Schülerinnen oder Schüler stehen bei diesen Konferenzen im Mittelpunkt des Dialogs, gemeinsam werden hemmende und stützende Faktoren diskutiert, individuelle Förderziele neu festgelegt und verbindliche Absprachen getroffen.

3.6 Elternarbeit

Eine günstige Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler ist nur dann gewährleistet, wenn ein gegenseitiger Austausch zwischen Elternhaus und Schule stattfindet. Nicht nur in problematischen Situationen ist es wichtig, dass vertrauensvoll miteinander gesprochen wird und gemeinsame Lösungen zum Wohle des Kindes gefunden werden. Der Sonderpädagoge bietet in diesen Fällen Unterstützung an und beteiligt sich an der Planung und Durchführung von Elterngesprächen. Er kann gemeinsam mit den unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern die Förderplanung evaluieren, neue Förderziele gemeinsam mit den Eltern absprechen oder auch Tipps für die Förderung im häuslichen Bereich geben. Da es immer um das Wohl des Kindes geht, ist eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Elternarbeit für uns selbstverständlich.

3.7 Durchführung von AO-SF

Sollten alle Formen der individuellen Förderung nicht ausreichend sein, kann gemeinsam mit den unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen und den Erziehungsberechtigten über das Vorliegen eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfes nachgedacht werden. In diesem Falle bietet der Sonderpädagoge Entscheidungshilfen, er berät die Eltern und erstellt, falls dies erforderlich ist, gemeinsam mit der unterrichtenden Lehrkraft ein Gutachten. Über Art und Umfang des vorliegenden Unterstützungsbedarfes und über den Förderort entscheidet das Schulamt. In der Regel kann sonderpädagogische Unterstützung im Bereich der Entwicklungsstörungen natürlich auch an unserer Schule erfolgen. Ein festgestellter und beschiedener Förderbedarf ist nicht festgeschrieben, er muss jährlich neu überprüft werden.

3.8 Zusammenarbeit mit unterstützenden Einrichtungen

Wenn dies von den Eltern gewünscht wird und eine entsprechende Schweigepflichtsentbindung erteilt wurde, nimmt der Sonderpädagoge in Absprache mit den unterrichtenden Lehrerinnen oder Lehrern Kontakte zu den verschiedenen unterstützenden Einrichtungen auf und versucht, den Förderprozess auf diese Weise zu optimieren. Dies können beispielsweise Schulpsychologen, Therapeuten, Ärzte, Jugendämter oder Sozialpädiatrische Zentren sein. Auf diese Weise können Diagnostikergebnisse oder Empfehlungen mit in die Förderplanung einfließen und eine Grundlage für die Beratung von Lehrpersonal und Eltern darstellen.

3.9 Gemeinsame Schulentwicklung am Beispiel einer Projektwoche

Unter dem Motto „Mit Freude lernen – Ärger vermeiden!“ fand an unserer Schule eine Projektwoche zur Implementierung eines klassenübergreifenden Konsequenz- und Regelsystems mit Lehrerfortbildung, Projektwoche und Elternabend statt. Diese Projektwoche wurde vom Sonderpädagogen der Schule gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern langfristig vorbereitet. Zu dieser Vorbereitung zählte auch eine kollegiumsinterne Fortbildung, die von einem Moderator geleitet wurde. In spielerischer Form beschäftigten sich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer während der Projektwoche mit den Themen Fairness, Rücksichtnahme und Vermeidung von Streit. Es wurden Techniken zum Umgang mit Konflikten eingeübt und Gedanken über gutes Verhalten ausgetauscht. Außerdem wurde ein verbindliches neues Regel- und Konsequenzsystem an unserer Schule fest verankert, das bis heute Bestand hat.

3.10 Weitere Aufgabenstellungen für den Sonderpädagogen

Der Sonderpädagoge nimmt an allen Konferenzen bzw. Dienstbesprechungen der Schule teil.

Er übernimmt Hofaufsichten.

Er ist im Ausnahmefall auch für den Vertretungsunterricht einsetzbar.

Er nimmt an Mitwirkungsgremien teil, so ist Herr Schuster Mitglied der Schulkonferenz.

4. Ausblick

Nachdem wir im Kollegium der KGS Möwenschule ein Leistungskonzept für das Fach Deutsch erstellt haben, werden wir in einem weiteren Schritt an einer Förderkonzeption arbeiten. Diese soll sowohl die oben beschriebenen Formen der sonderpädagogischen Unterstützung berücksichtigen als auch konkrete Fördermöglichkeiten auf den verschiedenen Stufen der Förderung festlegen. Das RTI-Modell könnte uns hierbei eine hilfreiche Unterstützung sein.

 

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