Pädagogische Konzepte

Schulkonzept

Das Konzept der KGS basiert auf zwei Säulen. Zum einen ist sie eine konfessionsgebundene Schule, die sich mit den christlich-katholischen Glaubensgrundsätzen verbunden sieht. Grundlegend ist für uns die Achtsamkeit vor der Schöpfung, vor Gott und den Menschen. Dies schlägt sich im gesamten schulischen Miteinander nieder. Die andere Säule ist die jahrgangsgemischte Freiarbeit, die etwa die Hälfte der Zeit stattfindet. Dort bieten wir den Kindern die Möglichkeit, ganz individuell nach den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu lernen. Damit dies möglich ist, sind alle Klassen mit viel Material, vor allem mit Material aus der Montessori-Pädagogik, ausgestattet.

Jedes Kind ist anders und diese verschiedenen Kinder haben das Recht, in ihrer jeweiligen Besonderheit wahrgenommen und mit Respekt behandelt zu werden. Wir sehen unsere Aufgabe vor allem darin, die Kinder zu selbstständigen, mitverantwortlichen, mündigen und sozialen Wesen zu erziehen.

Tagesablauf

Der Schulmorgen beginnt mit einem offenen Anfang. Die Schultüren werden um 8.00 Uhr geöffnet. Dann sollen die Kinder in die Schule kommen und haben genügend Zeit, um sich Schuhe und Jacken auszuziehen und sich in die Klasse zu begeben. Wer mag, fängt dann auch schon mit der Freiarbeit an.

Um 8.10 Uhr beginnt für alle der Unterricht. In den ersten beiden Stunden findet in der Regel für alle Klassen Freiarbeit statt, die bis zur großen Pause um 9.40 Uhr dauert.

An die Freiarbeitsphase schließt sich die Spielpause von 9:40 Uhr bis 9:55 Uhr und die gemeinsame Frühstückspause in der Klasse an.

Nach der Pause (montags, dienstags und freitags) beginnt dann um 10.15 Uhr der jahrgangsbezogene Unterricht. Mittwochs und donnerstags geht allerdings noch für eine Stunde die Freiarbeit weiter. An diesen beiden Tagen beginnt der jahrgangsbezogene Unterricht um 11.00 Uhr.

Im Anschluss an die Unterrichtszeit bieten wir eine Betreuung im "offenen Ganztag" an, der gemeinsam mit der GGS Dönhoffstraße angeboten wird. Neben den OGS-Mitarbeitern kümmern sich hier auch Lehrer beider Schulen um die Kinder.

Freiarbeit

Die Freiarbeit bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Unterrichts und kommt dem Bedürfnis des Kindes nach individuellem Lernen in besonderer Weise entgegen. In der Freiarbeit wählt das Kind aus einem strukturierten Materialangebot (Montessori nennt dies die vorbereitete Umgebung) frei aus, was es für seine Entwicklung und Lernfortschritte braucht. Das Kind bestimmt weitgehend die Dauer und den Schwierigkeitsgrad seiner Tätigkeit und entscheidet, wenn möglich, selbst über die Wahl der Sozialform (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit). Die Kinder können also solche Aufgaben wählen, die genau ihrem Leistungsstand entsprechen.

In der Freiarbeit lernen und arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam. Eine altersgemischte Klasse schafft vielfältige Gelegenheiten, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen, um Hilfe zu fragen, selbstständig zu werden und Konkurrenzängste abzubauen. Die Entwicklung des Sozialverhaltens der Kinder wird positiv begünstigt, unterschiedliche Leistungsstärken und –grenzen werden ganz selbstverständlich berücksichtigt und geachtet. Das Konkurrenzdenken rückt in den Hintergrund, das Helferprinzip fordert das Miteinander.

Das Ermöglichen von Konzentration ist eine zentrale pädagogische Aufgabe der (Montessori-) Freiarbeit. Konzentration stellt sich ein, wenn die Lehrerinnen die sensiblen Phasen sorgfältig beobachten und in den Klassenräumen entwicklungsspezifische Lernangebote (das "Montessori-Material") für das Kind bereithalten. Die Montessori-Arbeitsmittel wurden von Maria Montessori als didaktische Materialien entwickelt, die geistige Prozesse versinnbildlichen und abstrakte Elemente unseres Kulturbereiches (wie z. B. das Dezimalsystem im goldenen Perlenmaterial) im wörtlichen Sinne begreifbar machen. Das Material ist so aufgebaut, dass es stufenweise vom Konkreten zum Abstrakten führt und dabei möglichst viele Sinne mit einbezieht. Bei der Arbeit mit den Sandpapierbuchstaben kann das Kind z. B. den Buchstaben gleichzeitig sehen, ertasten und den dazugehörigen Laut hören. Das Material zeichnet sich durch einen hohen Aufforderungscharakter aus und ermöglicht dem Kind in der Regel eine selbstständige Fehlerkontrolle. In der Freiarbeit lernen die Kinder, wie man lernt. Es werden Kenntnisse, Fähigkeiten und Techniken erworben, die für das gegenwärtige sowie zukünftige Lernen notwendig sind.

In diesem Zusammenhang kommt der vorbereiteten Umgebung eine wichtige Bedeutung zu. Sie muss dem Kind Anregungen und Möglichkeiten bieten, die in ihm liegenden Fähigkeiten zu entfalten. Die Umgebung und das Material müssen die Neugier der Kinder wecken und es zu einer Tätigkeit herausfordern. Erst so können sich Konzentration und Lernerfolg einstellen.

Um einen situativen Bezug zum Alltag der Kinder zu gewährleisten, werden wechselnd Thementische mit jahreszeitlichem oder/und unterrichtlichem Bezug angeboten.

Die jahrgangsgemischte Gruppe

In unseren Klassen lernen und arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam. Durch die Jahrgangsmischung entsteht eine natürliche soziale Struktur, die auch der Lebensumwelt des Kindes entspricht. Es führt die bereits bekannte Gruppenbildung im Kindergarten (Drei- bis Sechsjährige) konsequent weiter. In einer jahrgangsgemischten Gruppe entwickeln die Kinder nicht nur Kontakte zu Gleichaltrigen, sondern sie lernen durch ihr selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln ganz selbstverständlich, auch Verantwortung für andere zu übernehmen. Eine altersgemischte Klasse schafft vielfältige Gelegenheiten, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen, um Hilfe zu fragen, selbstständig zu werden und Konkurrenzängste abzubauen. Damit wird die Entwicklung des Sozialverhaltens der Kinder besonders positiv begünstigt.

Jahrgangsbezogener Unterricht

Der Ergänzende Unterricht bietet die Möglichkeit in jahrgangsbezogenen Gruppen bestimmte Inhalte gemeinsam zu erarbeiten. Hier werden Themen eingeführt, Sachverhalte erörtert und vertieft und Kenntnisse überprüft. Im Ergänzenden Unterricht kann unter anderem eine Lektüre gemeinsam gelesen, eine Experimentierreihe aufgebaut, Gesprächsrunden durchgeführt werden. Bei der Arbeit in Projekten oder in Werkstätten kann auf die eingeübten Fähigkeiten des selbstständigen Arbeitens aus der Freiarbeit zurückgegriffen werden.

Im Unterschied zur Freiarbeit kommt der Lehrerin im jahrgangsbezogenen Fachunterricht oft eine mehr lenkende und leitende Funktion zu. Dort erhalten die Schülerinnen und Schüler z.B. gemeinsame Lektionen, wozu ebenfalls der Lehrervortrag oder das gemeinsame Lesen und Interpretieren eines Textes gehören können. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf das eigenverantwortliche Arbeiten (Methodentraining, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit), das systematisch trainiert wird.

Offener Unterricht

Unsere positiven Erfahrungen mit der Freiarbeit haben uns dazu veranlasst, auch den Fachunterricht so zu gestalten, dass die Kinder dort selbstständiger und in einem ihnen angemessenen Tempo arbeiten können. Neben einem eher geführten Unterricht finden daher auch Unterrichtsformen wie Werkstattarbeit, Arbeit an Stationen und Projektarbeit Eingang in die Unterrichtspraxis.

Ähnlich wie in der Freiarbeit werden den Schülerinnen und Schüler fertige oder von uns erarbeitete Materialien zu einem Thema (z.B. „Herbst“ oder „Leverkusen“) zur Verfügung gestellt, aus denen die Kinder dann nach ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen frei auswählen dürfen. Eine andere Möglichkeit ist es, vorbereitete Arbeitsaufträge mit entsprechendem Material in einer vorgegebenen Reihenfolge bearbeiten zu lassen. Kinder, die zügig arbeiten können, werden dabei nicht in ihrem Tempo gehemmt. Kinder, die noch etwas mehr Zeit zum Lernen brauchen, können ihre Aufgabe in Ruhe und sorgfältig erledigen. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit gestaffelt.

Manche Themen wie z.B. das Thema „Wale und Delfine“ sind so umfassend, dass sie als ganze Projekte und fächerübergreifend behandelt werden:

  • im Sachunterricht unter biologischen Aspekten,
  • im Sprachunterricht mit einer Lektüre,
  • im Kunstunterricht wird zum Thema gestaltet und gemalt,
  • im Mathematikunterricht werden Größen behandelt,
  • im Religionsunterricht geht es um die Bewahrung der Schöpfung.

Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)

Ab Schuljahresbeginn 1997/98 nahm die KGS Dönhoffstraße zusammen mit über 50 weiteren Schulen aus Leverkusen und dem Kreis Herford an dem gemeinsamen Projekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Bertelsmann-Stiftung "Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld" teil.

Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und half den Schulen, ihr eigenes pädagogisches Profil zu erweitern. Die zur Verfügung stehenden Projektgelder wurden für Management-Trainings und pädagogische Fortbildungen genutzt.

In diesem Rahmen hat unser Kollegium an mehrwöchigen Fortbildungen zu den Themen Methodentraining, Kommunikationstraining, Teamschulung und Eigenverantwortliches Arbeiten nach Dr. Heinz Klippert teilgenommen. Dabei wurde das nachmittags Gelernte am nächsten Morgen direkt im Unterricht umgesetzt.

Individuelle Förderung

Neben der Förderung im Rahmen der Freiarbeit können Kinder stundenweise klassenübergreifend in Kleingruppen zusammengefasst werden, um eine noch gezieltere Unterstützung zu ermöglichen. Diese Förderung ist selbstverständlich mit den Fachlehrern und den Eltern abgesprochen. So haben sich an unserer Schule in diesem Schuljahr folgende Fördergruppen als sinnvoll erwiesen:

Konzentrationsgruppe

Hat ein Kind sehr häufig Schwierigkeiten, sich längere Zeit zu konzentrieren, können daraus Lern- oder Schulprobleme resultieren. Durch spezielle Übungsformen, Spiele oder auch durch motivierende Arbeitsblätter sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Inhalte zu lenken. Auch Stille- oder Meditationsübungen spielen hierbei eine besondere Rolle und werden gern von den Kindern angenommen.

Feinmotorikgruppe

Feinmotorik ist ein Bereich der Motorik und beschreibt alle Fertigkeiten, die ein Mensch hauptsächlich mit seinen Fingern erlernen kann. Hierbei spielt die Kraftdosierung eine große Rolle. Kinder, die feinmotorisch nicht altersgemäß entwickelt sind, können häufig dem Unterricht nur mühevoll folgen. Die Schülerinnen und Schüler erlernen in dieser Gruppe spielerisch den Umgang mit Schere, Kleber, Stiften, Pinseln und verschiedenen Materialien. Sie arbeiten beispielsweise mit Mosaiken, Perlen- oder Naturmaterialien.

Mathematikgruppe

Im Hinblick auf den anstehenden Schulwechsel zur weiterführenden Schule werden in dieser Gruppe die „Basics“ trainiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Unterstützung in den Bereichen Zahlvorstellung, Zahlenraum und Zahlbeziehung als Grundlage des geschickten und effektiven Rechnens.

Sprache/Lesen

In dieser Kleingruppe findet eine Sprachförderung in spielerischer Form statt. In Absprache mit den Klassen- und Fachlehrern werden Sprachspiele eingesetzt, die die Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verbessern und Hilfen beim Lesen, bei der Rechtschreibung und beim Schreiben geben sollen.

Projektwochen

Manche Themen sind so umfassend, dass sie als kleine Projekte im Ergänzenden Unterricht fächerübergreifend behandelt werden. Wenn möglich, werden pro Schuljahr zwei Projektwochen durchgeführt.

Unter dem Motto „Mit Freude lernen – Ärger vermeiden!“ fand an unserer Schule eine Projektwoche zur Implementierung eines klassenübergreifenden Konsequenz- und Regelsystems mit Lehrerfortbildung, Projektwoche und Elternabend statt. Diese Projektwoche wurde vom Sonderpädagogen der Schule gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern langfristig vorbereitet. Zu dieser Vorbereitung zählte auch eine kollegiumsinterne Fortbildung, die von einem Moderator geleitet wurde. In spielerischer Form beschäftigten sich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer während der Projektwoche mit den Themen Fairness, Rücksichtnahme und Vermeidung von Streit. Es wurden Techniken zum Umgang mit Konflikten eingeübt und Gedanken über gutes Verhalten ausgetauscht. Außerdem wurde ein verbindliches neues Regel- und Konsequenzsystem an unserer Schule fest verankert, das bis heute Bestand hat.

Teamfähigkeit

Teamfähige Kinder sind in der Lage nicht nur für sich alleine zu arbeiten, sondern mit einem Partner und besonders auch in der Gruppe. Dabei müssen sie eine Vielzahl von Bausteinen kennenlernen und im Unterricht erproben. Folgende Bausteine gehören zum Teamtraining:

  • Markieren
  • Spickzettel herstellen
  • Doppelkreis
  • einfache Mind-Map herstellen
  • differenzierte Mind-Map herstellen
  • Interview
  • schnelles Lesen
  • Fragen formulieren
  • Gliederungen entwickeln
  • Argumente sammeln
  • Tabellen entwickeln
  • Tabellen ausfüllen
  • Regelplakat zu den Methoden entwickeln
  • kleine Facharbeit
  • freies Reden
  • kleine Vorträge halten
  • deutliches Sprechen
  • mit Sichtkontakt sprechen
  • nach Stichwörtern vortragen
  • auf Mitschüler eingehen
  • aufmerksam zuhören
  • eigene Meinung begründen
  • Frage- und Antwortspiele erstellen
  • eigene Arbeit reflektieren
  • ein Gespräch leiten
  • eigene Gedanken formulieren
  • Plakate herstellen
  • Ergebnisse präsentieren
  • mit PartnerIn zusammenarbeiten
  • mit PartnerIn austauschen
  • Regelplakat zur Kommunikation herstellen
  • eigene Kommunikation reflektieren
  • Fishbowl/ Pro- und Kontradebatte
  • Rollenspiel
  • Gruppengespräch
  • Kreisgespräch
  • sozial-integrative Übungen
  • Regelplakat zur Gruppenarbeit herstellen
  • einfache Gruppenaufgaben erledigen
  • Gruppenprozesse reflektieren
  • kleine Lernspiralen
  • große Lernspiralen

Die Jahrgangsmischung kann bei einigen Fächern bestehen bleiben, wie z. B. bei Kunst, Musik oder Mathematik. Im Fachunterricht erhalten die Schüler eine gemeinsame Lektion, wozu auch der Lehrervortrag oder das gemeinsame Lesen und Interpretieren eines Textes gehören können.

Ziele und Aufgaben

Die pädagogischen Ziele und Aufgaben unserer Schule orientieren sich an den anthropologischen, psychologischen und pädagogischen Beobachtungen, die Maria Montessori gemacht hat. Wir sehen unsere Aufgabe vor allem darin, die Kinder zu selbstständigen, mitverantwortlichen, mündigen und sozialen Wesen zu erziehen.

Aus diesen Überlegungen heraus ergab sich für unsere Schule folgendes Leitziel: Weiterentwicklung des pädagogischen Profils in Anlehnung an das Konzept der Montessoripädagogik unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Förderung, konkret heißt das: Schwachen Kindern helfen, Schwächen auszugleichen. Starke Kinder fordern, durch erweiterte Lernangebote.

  • Toleranz
  • Hilfsbereitschaft
  • Selbständigkeit
  • Individuelle Förderung
  • Respekt vor den Besonderheiten jedes Kindes
  • Hilfe beim Aufbau einer stabilen Persönlichkeit

Weiterbildung der Lehrer

"Hilf mir, es selbst zu tun" ist nicht nur das Motto für unsere Freiarbeit, auch im Fachunterricht setzen wir Methoden ein, die das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen der Kinder unterstützen.

Arbeit nach Klippert

Unser Kollegium begann bereits vor Jahren, sich pädagogisch neu zu orientieren und nach neuen Wegen zu suchen, Schule kindgerecht zu gestalten und den Schülern und Schülerinnen Wege zum selbständigen und eigenverantwortlichen Lernen zu ermöglichen. Ab Schuljahresbeginn 1997/98 nahm die KGS Dönhoffstraße zusammen mit über 50 weiteren Schulen aus Leverkusen und dem Kreis Herford an dem gemeinsamen Projekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Bertelsmann-Stiftung „Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld“ teil. Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von 5 Jahren und half den Schulen, ihr eigenes pädagogisches Profil zu finden. Die zur Verfügung stehenden Projektgelder wurden für Management-Trainings und pädagogische Fortbildungen genutzt. Neben Fortbildungen zur Montessoripädagogik nahm das Kollegium auch an Fortbildungen zum Thema „Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen“ nach Dr. Heinz Klippert teil. In diesem Rahmen hat unser Kollegium an mehrwöchigen Fortbildungen zu den Themen Methodentraining, Kommunikationstraining, Teamschulung und Eigenverantwortliches Arbeiten nach Dr. Heinz Klippert teilgenommen. Dabei wurde das nachmittags Gelernte am nächsten Morgen direkt im Unterricht umgesetzt.

Methodentraining

Dass das Lernen nicht mit Beendigung der Schulzeit aufhört, wissen wir alle. Fortschreitende Erkenntnisse, nicht nur der Wissenschaft und Technik, zeigen uns tagtäglich, dass wir unser Fachwissen immer häufiger erweitern müssen und Erlerntes oftmals in Frage gestellt wird, weil neuere Forschungsmethoden auch neuere und andere Erkenntnisse zeigen, als bisher angenommen. Also ist jeder Mensch in der heutigen Zeit darauf angewiesen, sein Wissen immer wieder zu erweitern, um der sich ständig verändernden Umgebung gewachsen zu sein und flexibel in seiner Arbeits- und Umwelt leben zu können.

Um lebenslanges Lernen möglich zu machen, müssen bereits in der Grundschule die Grundtechniken für selbstverantwortliches, schnelles Lernen erworben werden. Methodenkenntnisse, also das Wissen darum, wie sich Lernen vollzieht, das "Lernen – wie man – lernt" ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich "Eigenverantwortliches Arbeiten" vollziehen kann.

Das Grundschulkind sollte also nach Beendigung des 4.Schuljahres dazu befähigt werden, sich Fachwissen durch das Wissen um einfache Lern- und Arbeitstechniken weitestgehend selbstständig aneignen zu können. Dazu setzen wir die nötigen Grundlagen, indem wir den Kindern die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich zu arbeiten und zu üben. Im Fachunterricht werden Techniken erlernt, die der Texterschließung dienen und schnelles Lernen ermöglichen.

Im Rahmen der Förderung von eigenverantwortlichem Lernen werden die Schülerinnen und Schüler, unterstützt durch das Konzept von Heinz Klippert, im Fachunterricht verstärkt in ihrer Kommunikations- und Teamfähigkeit geschult. Das von ihm entwickelte Methodentraining bietet dazu die notwendige Voraussetzung.

Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)

Dieses Thema beschäftigt das Kollegium bereits seit längerer Zeit. Immer wieder müssen die einzelnen Bereiche besprochen und trainiert werden, um den Kindern das Leben in der Schule und zu Hause strukturierter zu machen.

Kommunikationstraining

Auf der Grundlage des Methodentrainings schloss sich im Herbst 2000 das Kommunikationstraining an. Das Kollegium wurde innerhalb einer Woche zum Thema Kommunikation geschult.

Deutschunterricht

Lesen durch Schreiben mit der Anlauttabelle

Die Kinder kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Einige kennen noch keinen einzigen Buchstaben, andere hingegen viele. Manche Schulneulinge können schon etwas (lautgetreu) schreiben. Um die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, arbeiten wir mit einer Anlauttabelle. So steht dem Kind von Anfang an das ganze Alphabet zur Verfügung: Um Wörter zu schreiben, muss das Wort Laut für Laut abgehört werden. Anschließend sucht das Kind mithilfe der Anlautbilder in der Tabelle den passenden Buchstaben. Kinder, die Vorkenntnisse mitbringen, können so schon schnell eigene Texte verfassen. Diese können in einem Geschichtenheft gesammelt werden. Über Spiele und Übungen prägen sich die Schülerinnen und Schüler die Anlautbilder für die einzelnen Buchstaben ein. Das Lesen stellt sich über diese Art des Zugangs zur Schrift in der Regel automatisch, als Nebenprodukt des Schreibens, ein.

Parallel zu der Arbeit mit der Buchstabentabelle werden die Buchstaben einzeln eingeführt. Dies geschieht z. B. an den sogenannten „Buchstabentagen“. Die Schreibweise der Buchstaben üben die Kinder durch Schreiben mit unterschiedlichen Stiften (Wachsmalstifte, Bleistift, Buntstift), durch die Möglichkeit in verschiedenen Größen zu schreiben (Zeichenblock, DinA4-Blätter, linierte Blätter), durch Schreiben in Sand oder ähnlichem. Das Wiedererkennen von Buchstaben wird durch Suchen der Buchstaben in Zeitungen u.a. gefördert.

Das zugrunde liegende Unterrichtswerk ist "Zebra" vom Klett-Verlag.

Rechtschreibung

Anders als früher angenommen funktioniert unser Rechtschreibgedächtnis nicht lexikalisch, sondern wir entwickeln im Laufe der Zeit ein Rechtschreibgespür. Kinder lernen Rechtschreibung nicht dadurch, dass sie sich automatisch Wortbilder einprägen, auch nicht ihre eigenen falsch geschriebenen Wörter. Vielmehr entwickeln sie Regeln und wenden sie bei neuen, aber auch bekannten Wörtern an. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden im Lehrplan Sprache aufgenommen und werden nun im Rechtschreibunterricht der Grundschulen umgesetzt.

Auf Fortbildungen hat sich das Kollegium über diese neuen Entwicklungen informiert und dann ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Durch einfache und gezielte Übungsmethoden (nach Sommer-Stumpenhorst) sollen die Schülerinnen und Schüler eine möglichst hohe Rechtschreibkompetenz erwerben.

Der Fachbereich Sprache hat darüber hinaus in einer Fachkonferenz beschlossen, dass die Rechtschreibnote in den Klassen 3 und 4 sich aus den folgenden Teilbereichen zusammensetzt:

  • Abschreibübungen
  • Rechtschreibübungen
  • Freies Schreiben

Mathematikunterricht

"Den Aufgaben und Zielen des Mathematikunterrichts wird in besonderer Weise eine Konzeption gerecht, in der das Mathematiklernen durchgängig als ein konstruktiver, entdeckender Prozess verstanden wird. Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat die Aufgabe, herausfordernde Sinnzusammenhänge anzubieten, ergiebige Aufgabenstellungen und Arbeitsmittel bereitzustellen und Formen der Kommunikation aufzubauen und zu erhalten, die dem Lernen aller Schülerinnen und Schüler förderlich sind." (Lehrplan Mathematik, NRW S. 71 ff)

In einer Fortbildung wurde deutlich, dass das Lehrwerk „Matherad“ eine sinnvolle Ergänzung zu den Prinzipien der Montessori-Pädagogik und deren mathematischen Materialien darstellt.

Nach einer Erprobungsphase hat sich das Kollegium entschlossen, den Mathematikunterricht nach dem Konzept des Matherades auszurichten, da es das individuelle Lernen unterstützt und sich auf die Materialien nach Maria Montessori bezieht, welches in allen Klassen vorhanden ist.

Sportunterricht

An unserer Schule wird der Sportunterricht sportartenübergreifend unterrichtet. Neben Bewegungsfertigkeiten lernen die Kinder auch den selbstständigen Auf- und Abbau von Geräten. Die eigenständige Organisation und Gestaltung von sportlichen Aktivitäten sind ebenfalls Gegenstand des Unterrichtes. Im 3. Schuljahr fahren die Kinder einmal in der Woche ins Hallenbad nach Bergisch-Neukirchen zum Schwimmen.

Neben dem Sportunterricht spielt Bewegung im sonstigen Unterricht eine tragende Rolle:

  • Für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes ist Bewegung von zentraler Bedeutung. Bewegung und Wahrnehmung sowie Bewegung und Lernen hängen eng zusammen. Nach Maria Montessori entwickelt das Kind über Bewegung und Wiederholung seine Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ihr Freiarbeitsmaterial fordert daher stets Bewegung und Handeln vom Kind.
  • Kinder haben einen hohen Bewegungsdrang. Dieser wird durch die Gegebenheiten der Umwelt leider stark eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, den Kindern Bewegungsräume zu lassen und zu schaffen.

Sexualerziehung

Sexualerziehung ist Teil der Gesamterziehung und als solche in das unterrichtliche Geschehen integriert. Sexualerziehung befasst sich sowohl mit biologischen als auch ethischen, sozialen und kulturellen Fragenkomplexen, die eine fächerübergreifende, ganzheitliche Einbindung erfordern. Insbesondere sind hier die Fächer Sachunterricht, Sprache, Religion, aber auch Sport, Musik und Kunst gefragt. Eine Reihe von Themen ergeben sich situativ im jeweiligen sozialen Bedingungsfeld einer Klasse und werden alters- und entwicklungsspezifisch behandelt. Im 4. Schuljahr kann der Themenbereich anhand einer Lektüre, z.B. „Ben liebt Anna“, ausführlich bearbeitet werden. Es hat sich als hilfreich erwiesen, die einzelnen Themen per Fragebogen durch die Kinder ermitteln zu lassen und gegebenenfalls nach Jungen und Mädchen getrennt zu unterrichten.

Aufgabe der Schule ist es, die Sexualerziehung durch die Eltern zu ergänzen. Die Eltern werden diesbezüglich informiert und beraten. Die im Unterricht verwendeten Medien werden den Eltern vorgestellt, ebenso Freiarbeitsmaterial zum Thema.

Sozialpädagogische Betreuung

Die Diplom-Sozialpädagogin Frau Lehrer arbeitet überwiegend im Teamteaching (gemeinsamer Unterricht mit dem Fachlehrer).

Sie stellt bei den Schülern Fördernotwendigkeiten oder besondere Begabungen fest und gibt diesen Kindern die notwendige Unterstützung und Anregung. Dies kann im, am Rande oder auch außerhalb des Klassenverbandes geschehen. Letzteres geschieht im Lernstudio, in dem Kinder einzeln oder in Gruppen gefördert werden und welches von der Sozialpädagogin geleitet wird. Schüler werden hier gezielt ihrem individuellen Bedarf entsprechend gefordert und gefördert.

All dies geschieht, um Kinder erfolgreich im Unterrichtsgeschehen zu integrieren und ihre Fertigkeiten zu steigern.

Schulpsychologischer Dienst

Bei Bedarf können sich die Eltern an den schulpsychologischen Dienst wenden. Dieser kann beratend tätig werden und Wege aufzeigen, die zur Verbesserung der Lebens- und Schulsituation führen können.

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